Bekannte Bundesbrüder

Karl Güterbock CvG! aktiv 1848

Karl Güterbock, * 18. April 1830 † 14. Mai 1914 in Königsberg, war Professor für Straf- und Prozeßrecht und zeitweise amtierender Rektor ( Prorektor) der Albertus-Universität Königsberg. Er führte den Ehrentitel Geheimer Gerichtsrat und war Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Verfasser vieler wissenschaftlicher Schriften, insbesondere zur Rechtsgeschichte wie auch zum Islam. Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte sein 1876 fertiggestelltes Werk zur Entstehungsgeschichte der mittelalterlichen Strafgerichtsordnung Carolina.

Edwin Klebs CvG! aktiv 1854

Edwin Klebs, * 16. 2. 1834 in Ostpreußen † 23.10. 1913 in Lausanne, war ab 1861 Assistent bei Rudolf Virchow in Berlin. 1865 wurde er außerordentlicher Professor für pathologische Anatomie in Bern und 1866 als Ordinarius berufen. Weitere Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn waren Würzburg, Prag, Zürich und Chicago .

Zusammen mit Friedrich Loeffler entdeckte 1884 er das Bakterium Corynebacterium diphtheriae, den Erreger der Diphtherie. Nach ihm benannt ist die Bakteriengattung Klebsiella.

Adolf von Gizycki CvG! aktiv 1854

Adolf von Gizycki,* 8.12 1834 in Königsberg; † 13. 5. 1891 in Aachen, studierte zunächst in Königsberg, wechselte dann nach Berlin, wo er 1859 das Examen zum Diplomingenieur ablegte. Hier promovierte er zum Dr. phil. und war ab 1864 Dozent. 1870 folgte Gizycki einem Ruf an das neu eröffnete Polytechnikum Aachen, der heutigen RWTH Aachen, deren Rektor er von 1880 bis 1883 war.

Lehr- und Forschungsgebiet waren insbesondere die theoretische Maschinenlehre und Kinematik nach dem System Reuleaux.

Julius Caspary CvG! aktiv 1855

Der geheime Medizinalrat, Professor Julius Caspary, * 1. 12. 1836 † 19. 10. 1911 in Königsberg, war Professor der Dermatologie an der Albertus Universität in Königsberg. Er bekleidete ab 1878 eine außerordentliche Professur für Syphilis und Hautkrankheiten, und leitete seit 1892 eine staatlich subventionierte Poliklinik für Hautkranke.

Als Mitredakteur des Wiener Archivs für Dermatologie und Syphilis publizierte er zahlreiche Arbeiten, meist aus dem Gebiete der Dermatologie und Syphilidologie.

Arthur von Hippel CvG! aktiv 1860/61

Arthur von Hippel, * 24. Januar 1841 in Fischhausen † 26.10.1916 in Göttingen, war Ordinarius für Augenheilkunde in Gießen, Königsberg, Halle und Göttingen. Er führte die Augendruckmessung als Standardverfahren in die Augenheilkunde ein und bereits im Jahr 1891 die erste Hornhautplantation durch.

Hippel galt seiner Zeit, wie auch sein Bruder Eugen ( aktiv 1861), als echter Preuße, der in seiner Kindheit noch durch den Idealismus Kants und den Humanismus v. Humboldts geprägt wurden.

Kurt Schustehrus CvG! aktiv 1874/75

Kurt Schustehrus * 25.3.1856 auf dem Rittergut Bärholz in Ostpreußen † 25.2.1913 in Charlottenburg. Besuch des Gymnasiums in Königsberg anschließend Jurastudium in Königsberg und Leipzig . 1888 in Thorn Stadtsyndikus und 1889 zweiten Bürgermeister. Von 1892 bis 1898 Erster Bürgermeister in Nordhausen. Ab 1898 Erster Bürgermeister in Charlottenburg. 1900 wurde ihm der Titel Oberbürgermeister verliehen. Mitglied des preußischen Herrenhauses.

Nach ihm sind der Schustehruspark und die Schustehrusstraße in Berlin benannt.

Oskar Minkowski CvG! aktiv 1875/76

Oskar Minkowsi,*13.1.1858 in Kaunas/ Litauen; + 18. 6. 1831 in Fürstenberg/ Havel, studierte und arbeitete anschließend von 1882-92 in Königsberg als Privatdozent und anschließend in Greifswald und Breslau als ordentlicher Professor. 1889 erkannte er die Ursache des Diabetes mellitus, als er zusammen mit Joseph von Mering die überraschende Entdeckung machte, daß Hunde, denen die Bauchspeicheldrüse operativ entfernt worden war, an Diabetes erkrankten.

Oskar Minkowski erhielt zusammen mit seinem Bruder Herrmann, einem international berühmten Mathematiker, ein „ Berliner Ehrengrab“ auf dem Friedhof in Berlin-Charlottenburg.

Max Richter CvG! aktiv 1875/76

Dr. iur. Max Richter, * 26.12.1856 in Königsberg, †11.05. 1927 in Berlin, studierte von 1876 bis 1879 Rechtswissenschaften in Königsberg. Er stieg als Beamter zunächst zum Direktor und Abteilungsvorstand im Ministerium für Handel und Wirtschaft auf, war Bevollmächtigter zum Bundesrat und Reichskommissar zu den Weltausstellungen in Chicago und Paris. Im Reichsamt des Inneren dann ab 1905 Unterstaatssekretät mit dem Titel einer Exellenz. 1917 Wechsel in die Wirtschaft als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Kalisyndikates. Großoffizier der französischen Ehrenlegion, Kronenorden 1. Klasse , Eisernes Kreuz

Arnold Sommerfeld CvG! aktiv 1887

Arnold Sommerfeld, * 5. 12. 1868 in Königsberg; + 26. 4. 1951 in München, zählt zu den weltweit bedeutendsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Beiträgen zur theoretischen Physik gab er insbesondere der Atom- und Festkörperphysik wichtige Anstöße. Er wurde zur bedeutendsten Lehrerpersönlichkeit seines Faches. Aus der Sommerfeldschule gingen u.a. die Nobelpreisträger Peter Debye, Wolfgang Pauli, Werner Heisenberg und Hans Bethe hervor. Er selbst wurde 81 mal von Vertretern seines Faches mal zum Nobelpreis vorgeschlagen.

In Deutschland sind Straßen und wissenschaftliche Institute nach ihm benannt, wie das Sommerfeld Center For Theoretical Physics der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Otto Neumann CvG! aktiv 1903

Otto Neumann, * 6. September 1884 in Osterode/ Ostpreußen + 26. November 1969 in Bad Pyrmont, war promovierter Jurist. Seit 1937 war er im Heeresjustizwesen tätig, deren Chef er wurde. 1938 stellte er Soldaten, die sich in Uniform an der „Reichskritallnacht“ beteiligt hatten vor Gericht und verhinderte eine von Hitler geforderte Verurteilung des Oberbefehlshabers des Heeres, des Freiherrn von Fritsch. Ab 1942 wurde er in dem damals noch von Parteieinflüssen unabhängigen Reichskriegsgerichts Senatspräsident im Generalsrang und wurde nach dem Attentat vom Juli 1944 auf Weisung Hitlers aus seinem Amt entfernt. In den Nürnberger Prozessen sagte er als Zeuge u.a. gegen den OKW Keitel aus.

Erich Domaschk CvG! aktiv 1928

Erich Domaschk, *19.5.1908 in Lugau † 14.2.1974 in Bochum, studierte von 1928 bis 1933 Wirtschaftswissenschaft an der Albertina . Im 2. Weltkrieg wurde Domaschk als Hauptmann der Panzergrenadiere während der Schlachten um Stalingrad mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Domaschk geriet zusammen mit General Paulus in Gefangenschaft und schloss sich hier zunächst dem Bund Deutscher Offiziere und später dem NKFD an und gehörte zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes „ An Volk und Wehrmacht“ von 1944.

Hans–Georg Wormit CvG! aktiv 1930/ 31

Hans-Georg Wormit,*13.6.1912 in Bögen/Ostpr; + 13.8.1992 in Berlin, studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Heidelberg und Königsberg. Er begann seine Tätigkeit im Verwaltungsdienst 1945 in Schleswig-Holstein. In Kiel bis zum Staatssekretär aufgestiegen, übernahm er 1956 die Leitung des Deutschen Landkreistages.

Am 14. Dezember 1961 wurde Wormit zum ersten Kurator der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ernannt und wirkte von 1967 bis 1977 als deren Präsident in Berlin. Unter seiner Präsidentschaft erhielt diese Stiftung ihre Bedeutung als international bedeutsame Kulturstiftung der Bundesrepublik.